Von Müdigkeit keine Spur als Frau Lorberg in den frühen Morgenstunden im Haus der Ruhe von der Pflegedienstleistung Andreas Hahne in Empfang genommen wurde. Die Landtagsabgeordnete nutzte die Hospitation um sich in der Pflegeresidenz über neue Entwicklungsmöglichkeiten im Pflegetherapeutischen Bereich bei Neurologischen Erkrankungen mit dem Schwerpunkt Schlaganfall zu informieren. Frau Lorberg brachte bereits eigene Erfahrungen mit, da Ihr Vater nach einem Schlaganfall  pflegebedürftig ist.

 „Nach einem Schlaganfall ist nichts mehr, wie es vorher war“ – dies drückt in knappen Worten aus, wie tiefgreifend diese schwere Krankheit das Leben verändern kann. „Wir möchten helfen, den Zustand vor dem Schlaganfall wiederherzustellen“, so Pflegedienstleiter Andreas Hahne.

Die Landtagsabgeordnete hat auf dem Wohnbereich für Schlaganfallerkrankte die neuen Therapiemöglichkeiten mit begleitet und das Therapiezentrum im Haus der Ruhe kennen gelernt. Bereits morgens in der Grundpflege war die Landtagsabgeordnete gemeinsam mit den Pflegekräften aktiv und erhielt so einen Einblick in ihren Alltag. „Es liegen Welten zwischen einer klassischen Pflege und der Pflege nach einem Schlaganfall“, so Frau Lorberg. „Ein besonderer Moment war der Besuch von der Tochter einer Bewohnerin. Verhielt sich diese zuvor noch zurückgezogen und an- teilnahmslos, wurde sie mit der Anwesenheit ihrer Tochter stets munterer. Diese positive Wandlung übertrug sich auch auf unsere Arbeit in der Pflege.“, so Fr. Lorberg im Anschluss.

Beeindruckt hat die Landtagsabgeordnete welche Zeit und Ruhe sich für die Pflege der Bewohner und individuelle Ausrichtung und Rücksichtnahme genommen wird. Beim Umlagern, Waschen und Anziehen unterstützte Fr. Lorberg die Pflegekraft tatkräftig. Einige Handgriffe waren bekannt, da Fr. Lorberg bereits ein Vierteljahr  in der Pflege aushalf. Sie selbst ist in einem 3 Generationenhaus groß geworden, erzählte die Landtagsabgeordnete beim Frühstückstalk.

Im Anschluss an die morgendliche Versorgung begleitete Frau Lorberg den Schlaganfallkoordinator zur Therapie eines Bewohners. Die erfahrenen Ergotherapeuten arbeiten nicht nur mit den Bewohnern, sondern auch mit den Angehörigen. „Wichtig ist es, denn Angehörigen die Angst zu nehmen, etwas falsch zu machen“, so Schlaganfallkoordinator Stephan Horst. Eine Therapie zu begleiten ist auf jedenfall sinnvoll, um die Bandbreite und Individualität kennen zu lernen, so Frau Lorberg nach der Therapie. Eine Führung durch die Räumlichkeiten zeigte schnell die Vielfalt und individuellen Behandlungsmöglichkeiten im Haus der Ruhe. Hierbei lernte Frau Lorberg die Anwendung von anerkannten Mobilisationstechniken wie Bobath oder Kinästhetik näher kennen. „Durch die fachliche Begleitung der PflegeFachSchule Hannover werden Pflegekräfte hierauf speziell ausgebildet und geschult“, so die Schulleitung.

Für die Betroffenen bedeuten die körperlichen Einschränkungen und psychischen Folgen nach einem Schlaganfall oft einen erheblichen Verlust von Lebensqualität und Lebensfreude. Auch für die Familie des Erkrankten zieht ein Schlaganfall oft drastische Veränderungen nach sich, da die meisten Patienten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus und der Rehabilitation häufig sehr lange Unterstützung durch ihre pflegenden Angehörigen brauchen. Ein interdisziplinärer Austausch aller Beteiligten fördert die ganzheitlich ausgerichtete Zusammenarbeit. Darunter zählen Ergotherapeuten, Logopäden und Angehörige sowie auch (Enkel-) Kinder. Die Pflegeresidenz bietet in regelmäßigen Zeitabständen Schlaganfall-Seminare für Angehörige an. Das Ziel der Pflegeresidenz Haus der Ruhe ist die weitere Behandlung, d. h. einer Nachrehabilitation nach dem Aufenthalt in einem Krankenhaus oder einer Rehaklinik.