100 Jahre? Erika Späing rechnet vorsichtshalber noch mal nach. „Ich bin 1912 geboren, Ja, 100 Jahre! Sagt die elegante Dame im Kostüm, die man auf jedenfall 20 Jahre jünger schätzen würde.
Nach der Frage Ihres Geheimrezeptes sagte sie: „ Immer auf dem Laufenden bleiben und sein“. Zwei Weltkriege, viele Krankheiten, und Operationen hatte sie wegzustecken. Jedoch hat Fr. Späing nie aufgegeben, immer weitergemacht. Dies ist vielleicht das Geheimnis des hohen Alters.

Als Tochter eines Buchdruckers wurde Fr. Späing in Wernigerode geboren. Gut behütet und beschützt verbrachte Erika S. ihre Kindheit. Ihren Traumberuf Modedesign durfte sie leider nicht ausüben. Dort lernte sie auch Ihren Ehemann Heinz Späing kennen. Meine Hochzeit im Jahr 1935 und einen Mann gefunden zu haben, sei der schönste Moment ihres Lebens gewesen.
Ein Umzug nach Langensalza (Thüringen) fand statt, dort war ihr Ehemann Heinz Späing als Landrat tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Nationalsozialist von den Briten gefangengenommen und stirbt kurz darauf.

Somit musste Fr. Späing ohne Beruf Ihre beiden Töchter Doris und Sibylle alleine durch bringen. Die Tochter lebte 40 Jahre auf Formentera. Als Krankenschwester für Kriegsopfer im 2. Weltkrieg, Buchhalterin und Serviererin hat sie gearbeitet. Über Wernigerode und Berlin geht es nach Mühlheim, die Geburtsstadt ihres Mannes.
Hier blieb sie bis 2005 als sie jedoch drei Herzinfarkte bekam, beschlossen die Töchter ihre Mutter nach Hannover zu holen. Denn in Mühlheim ist keiner mehr von der Familie. Seit November 2005 lebt Fr. Späing in der Pflegeresidenz Haus der Ruhe. „Ihr Gesundheitszustand hat sich seitdem von Jahr zu Jahr verbessert“, sagte stolz ihre Tochter. Immer noch gut gelaunt genießt Fr. Späing das Leben. Zur großen Feier am Sonntag kommen auch Enkel und Urenkel.