A-Capella-Quintett Vocaldente begeistert mit Musik pur im Haus der Ruhe

Vocaldente begeistert im Haus der Ruhe.VON JUTTA GRÄTZ

Mit einer einzigartigen Mischung aus sprühendem Witz, einer geballten Ladung Charme und vollendeten Stimmen auf höchstem Niveau hat das A-Capella-Quintett Vocaldente bei seinem Konzert im Haus der Ruhe die Herzen der etwa 250 Zuhörer im Sturm erobert. Die fünf Vokalakrobaten begeisterten in der neuen Reihe „Stars am Sonntag“ mit perfektem Gesang, einem fast unerschöpflichem Repertoire aus mehr als hundert Jahren Musikgeschichte und Arrangements voller Fantasie.

Erfrischend natürlich betreten Vocaldente die Bühne: Die Tenöre Tobias Kiel und Michael Schöpe, Bariton Johannes Gruber, Bass Tobias Wunschik und „Gruppenküken“ Countertenor Timo Klemm verzichten auf eine große Lichtshow, beeindrucken mit Musik pur, rein akustisch, aber mit einer Stimmgewalt, die förmlich unter die Haut geht.

Vocaldente ist A-Capella-ArtSchon der temperamentvolle Charleston von Cole Porter „Let´s misbehave“ aus den Zwanziger Jahren versprüht ein Feuerwerk voller Ideen. In George Michaels „Faith“ zeigt das Quintett mit einer grandiosen gesungenen Trommeleinlage, „was alles aus dem menschlichen Mund kommen kann“. Ob in „The Wanderer“, als ein Rock´n Roll in völlig neuen Gewand oder im fast unsingbaren, aber virtuos gemeisterten Ragtime „Maple Leaf“ – hier ist die Stimme der Star des Abends. Im 50er Jahre Heimatlied “ Wenn der weiße Flieder…“ entpuppen sich Vocaldente als höchst allergisch, niesend und juckend und mit viel Sinn für Komik.

Die jungen Sänger wagen sich jedoch auch an nachdenkliche Titel wie die träumerisch empfindsame Version „Hide and Seak“ von Imogen Heap oder Kurt Bestors eindringliche Komposition „The Prayer of the Children“ in Erinnerung an den Jugoslawienkrieg. In ihrer Version „Sie sieht mich nicht“ (Xavier Naidoo) weben die Musiker einen dichten musikalischen Klangteppich, von dem sich die Stimmen der Tenöre glasklar abheben.

Vocaldente singen und tanzen zum Auftakt der Reihe Stars am Sonntag.Mit lateinamerikanischen Rhythmen und Hüftschwüngen im spanischen „Juegola“, schnellen Schritten in einem zehnminütigen Michael Jackson-Medley –„Unser kleines Denkmal für die Pop-Ikone“ und in Kenny Loggins „Footloose“ singen und tanzen sich Vocaldente höchst unterhaltsam durch die Jahrzehnte. Jeder Ton sitzt: Auch als plötzlich authentische Urwaldgeräusche den Großen Festsaal des Haus der Ruhe zum Schluss in einen Dschungel verwandeln – im vielumjubelten A-Capella-Klassiker „The lion sleeps tonight“.

Tosender Applaus nach drei Zugaben für ein außergewöhnliches Konzertereignis!

Einen aktuellen Artikel zum Konzert von Vocaldente im Haus der Ruhe finden Sie unter: Presseclipping Vocaldente, Leine-Zeitung