Mehr als zwei Millionen Menschen in Deutschland sind auf Pflege angewiesen, Tendenz steigend. Tritt der Ernstfall ein, sind Betroffene und Angehörige mit vielen Fragen konfrontiert: Was zahlt die Pflegekasse? Welche ist die richtige Pflegestufe und wie unterscheiden sich die Leistungen bei ambulanter und stationärer Pflege? Worauf kommt es bei der Begutachtung an? Manfred Krüger von der Seniorenberatung ‚Umsorgt im Alter e.V.’ beantwortete am 10. März die wichtigsten Fragen rund um die Pflegeversicherung.Der Referent erklärte vor allem die Grundlagen zum Thema. Er machte zunächst deutlich, dass die Pflegeversicherung alle Bürger betrifft. Pflichtmitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse werden automatisch Mitglied der Pflegekasse dieser Krankenkasse. Freiwillig in einer gesetzlichen Krankenkasse Versicherte haben die Wahl zwischen sozialer oder privater Pflegversicherung und privat Krankenversicherte schließen eine private Pflegeversicherung ab.

Wer dem Gesetz nach pflegebedürftig ist, regelt das Sozialgesetzbuch. Vorraussetzung dafür ist, dauerhaft und erheblich auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Das ist dann der Fall, wenn man am Tag mindestens 90 Minuten Unterstützung benötigt. Und das für mehr als sechs Monate. Die Tätigkeiten, auf die sich die Hilfebedürftigkeit im Sinne der Pflegeversicherung bezieht, sind in vier Bereiche unterteilt: Körperpflege, Ernährung, Mobilität und hauswirtschaftliche Versorgung.

Maßgeblich für die Höhe der Leistungen ist die Pflegestufe. Drei Stufen werden unterschieden. Die Leistungen liegen bei der stationären Pflege bei 1.023 Euro (Stufe I), 1.279 Euro (Stufe II) oder 1.432 Euro (Stufe III). Die Einstufung erfolgt auf Basis eines Gutachtens durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen MDK, das nach einem Hausbesuch erstellt wird.

Manfred Krüger gab seinen Gästen während seines Vortrags viele nützliche Tipps. Pflegebedürftige mit geringer Rente beispielsweise haben auch Anspruch auf Sozialleistungen. Das Sozialamt übernimmt dabei mindestens 50 Prozent der Kosten, die nach Abzug der Leistungen aus der Pflegeversicherung verbleiben. Die eigenen Kinder werden nur gebeten, die übrigen Kosten zu übernehmen, wenn dies deren Lebensstandard in keiner Weise beeinträchtigt.

Eine weitere Leistung aus der Pflegeversicherung, auf die Manfred Krüger aufmerksam machte, ist die so genannte Kurzzeitpflege. Diese kann in Anspruch genommen werden, wenn man zu Hause gepflegt wird und die Angehörigen beispielsweise im Urlaub oder anderweitig verhindert sind. Dann übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten für ein Pflegeheim für bis zu 28 Tage oder 1.432 Euro im Jahr.

Die Unterstützung durch die Pflegeversicherung ist also, wie Manfred Krüger beschrieb, sehr vielfältig. Deshalb hat er es sich zur Aufgabe gemacht, pflegebedürftige Senioren und deren Angehörige in allen Angelegenheiten rund um das Thema zu beraten. Bei Fragen zur Pflegeversicherung stehen auch unsere Mitarbeiter jederzeit zur Verfügung.