Jeder dritte ältere Mensch leidet an einer schwachen Blase. Die Betroffenen behalten ihr Problem meist für sich, sprechen auch nicht mit ihrem Arzt darüber. Lieber ziehen sie sich zurück, trauen sich kaum noch aus den eigenen vier Wänden. Dabei kann Blasenschwäche in den meisten Fällen erfolgreich behandelt werden. Auch jeder selbst kann mit kleinen Tricks dem Leiden ein Ende setzen.

Harninkontinenz, so wird die Blasenschwäche in der Medizin genannt, beschreibt ein funktionelles Problem, bei dem es zu unwillkürlichem Verlust von Urin kommt. Von einer schwachen Blase sind auch junge Menschen betroffen, die Wahrscheinlichkeit der Erkrankung steigt aber mit zunehmendem Alter. Studien zufolge leiden zwischen fünf und acht Millionen Deutsche unter Harninkontinenz – damit tritt die Krankheit so häufig auf wie Heuschnupfen.

Die Medizin unterscheidet verschiedene Formen der Harninkontinenz. Die Ursachen sind vielfältig: Starke körperliche Belastungen, die zum Erschlaffen der Beckenbodenmus-kulatur führen, neurologische Erkrankungen sowie häufige Harnwegsinfekte oder Prostatavergrößerungen zählen zu den Hauptgründen für eine schwache Blase. Aber auch Übergewicht, starker Zigarettenkonsum und der übermäßige Genuss von Kaffee und Alkohol sind Gift für die Blase – Faktoren, über die jeder selbst entscheiden kann.

Wer unter Harninkontinenz leidet, kann schon im Alltag Abhilfe schaffen. So ist eine Körperhaltung, die den Rücken schont, auch für den Beckenboden gesund. Gezieltes Training kann die Muskulatur zusätzlich stärken. Dazu zählen einfache Entspannungsübungen, beispielsweise mehrere Minuten lang in Rückenlage auf dem Boden die Unterschenkel auf einen Stuhl zu legen und dabei ein Kissen unter das Becken zu schieben. Die Muskeln trainieren Sie, indem Sie sich zum Beispiel mit geöffneten Beinen aufrecht hinstellen und die Gesäßmuskeln mehrmals beim Ausatmen kräftig anspannen, beim Einatmen wieder entspannen. Um ein plötzlich Auftretendes Bedürfnis im Notfall zu lindern hilft es, den Oberkörper im Stehen so weit wie möglich nach unten zu beugen, so als ob man die Schuhe zubinden möchte.

Wichtig ist auch, gerade in der kalten Jahreszeit warme Kleidung zu tragen, um Harnwegsinfekten vorzubeugen. Und, auch wenn es zunächst unlogisch erscheint: viel trinken! Denn zu wenig Flüssigkeit reizt die Blase noch mehr. Um sie gut zu durchspülen, benötigt der Körper täglich mindestens zwei Liter Flüssigkeit – in Form von Wasser, Säften oder Kräutertees.