Alt zu werden ist für viele Menschen nicht leicht: Die eigenen Fähigkeiten lassen nach, dafür machen sich immer mehr Beschwerden bemerkbar. Das führt nicht selten zu einer gedrückten Stimmung oder Traurigkeit. Wenn dieses Gefühl über einen längeren Zeitraum anhält, das Interesse und die Freude am Leben schwinden, dann spricht die Medizin von Depression.

Die Erkrankung Depression bedeutet eine Störung der Gefühlswelt. Neben der Demenz zählt sie zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen im Alter. Dabei treten Depressionen bei älteren Menschen nicht häufiger auf als bei jüngeren. Sie werden aber oft übersehen, weil Antriebs- und Energielosigkeit im Alter für viele einfach natürlich erscheinen. Etwa vier Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer behandlungsbedürftigen Depression, fast jeder Vierte über 65 zeigt Symptome der Erkrankung.

Depressionen können in unterschiedlicher Stärke auftreten. Im Alter können sie durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden: Eigene körperliche Erkrankungen, der Verlust von Freunden oder des Partners und finanzielle Belastungen erhöhen das Risiko. Die Krankheit bedeutet Lustlosigkeit, Müdigkeit und oft auch ein vermindertes Selbstwertgefühl. Hinzu kommen körperliche Beschwerden, hinter denen sich die Krankheit oft versteckt: Magen- und Rückenschmerzen, Schlaf- oder Appetitlosigkeit. Wird die Depression nicht behandelt, kann sie zu sozialem Rückzug und Isolation führen.

Dabei ist die Erkrankung in der Regel gut therapierbar. Medikamentöse und psychotherapeutische Methoden kommen hier zum Einsatz. Auf pflanzlicher Basis zeigt Johanniskraut heilende Wirkung. Es enspannt, beruhigt und hat im Gegensatz zu anderen Medikamenten keine Nebenwirkungen. Auch vorbeugende Maßnahmen sind in gewissem Sinne möglich. Wichtig ist der regelmäßige Kontakt zur Familie und zu Freunden – das Gefühl noch immer gebraucht zu werden. Auch Seniorentreffen oder gemeinsame Ausflüge können zur sozialen Vorbeugung von Depressionen im Alter beitragen.